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Stadtspaziergang

"Mit meinem Gott überspringe ich Mauern

Der Herbstwind wehte lau und sanft durch Aachens Straßen und die Sonne tauchte diesen Nachmittag in ein unbeschreibliches Licht.

Wir begannen unseren Stadtspaziergang unter dem Ponttor. Ein Blick nach oben ließ uns eine mächtige Marienstatue entdecken. Wer in die Stadt kam, sollte schon früher wissen, dass die Stadt unter dem besonderen Schutz der Gottesmutter steht. Das Zentrum der Stadt: der Mariendom.

Gruppenbild-Stadtspaziergang

Vorbei am Pfarrhaus von Heilig Kreuz, das bescheiden zurückliegt und dessen Schönheit im Couvenstil beim achtlosen Vorbeieilen nicht auffällt, bewegten wir uns durch die Pontstraße Richtung Markt und Templergraben und Karin Wisgens ließ die vielen meist unbeachteten Ecken lebendig werden.

An vielen Stellen erheben sich Teile der alten Stadtmauer, deren Inneres mit den verschiedensten Baumaterialien zur damaligen Zeit verfüllt wurde.

Wir erfuhren etwas über die Gräben rund um die Stadt (Landgraben). Die kleinen Wehrtürme, die hier und da in den Wohnvierteln aufragen, sind ebenfalls Zeugen aus alten Zeiten. Die Kontermauer, die am Templergraben durch ein historisches Fenster sichtbar gemacht wurde, machte uns deutlich, wie sorgfältig die Stadtmauer gestützt und befestigt war. Die Überwindung dieses meist mit Ilex bewachsenen Grabens bedeutete für Angreifer eine große Erschwernis. Überall blitzten Details unserer Geschichte auf und wurden für den Erzählmoment lebendig: die Fischhändler, die an der Mauer der Taufkapelle sichtbar die Messer wetzten, die großen Gebäude der alten Tuchfabrik am Templergraben, die an harte Fertigungsarbeit vor Ort erinnerten. Von den verschiedensten Straßen Aachens immer wieder der schöne Blick auf den Dom.

So kamen wir am Franziskanerkloster in der Kleinmarschierstraße an, um dort hinter die Klostermauern zu schauen. In der Kapelle der Schwestern durften wir unseren meditativen Impuls halten, der das Sinnbild der Mauer und die Kernaussage des 18. Psalms ‚Mit meinem Gott überspringe ich Mauern’ aufgriff und diesen Nachmittag mit den vielen Eindrücken und der Freude über die schönen Eckche in unserer Stadt in Gottes Hand zurücklegte.

Ein großes Highlight zum Abschluss war, dass Schwester Maria Ursula sich im Klostergarten Zeit für uns nahm und über das moderne Klosterleben und die Öffnung der Klostermauer hin zu den Menschen erzählte. Da leben junge ausländische Studentinnen in einer WG im Kloster, da verleben Menschen im Frieden der klösterlichen Gemeinschaft eine Auszeit, weil sie ihr Leben neu ordnen wollen, da verleben junge Menschen eine längere Zeit im Kloster, um das Klosterleben kennenzulernen.

Jeden Tag wird die Klosterpforte geöffnet um Bedürftige zu verköstigen, Obdachlosen Wärme und Brot zu geben.

Der Glaube verleiht eben doch Flügel!

Lotte Lennartz und Karin Wisgens