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Kleine Voß’sche Farbenlehre

Kreuz: rot schwarz weiß gelb

Die wunderbare Welt der Farben: Seit der Antike haben sich Menschen mit ihr beschäftigt, wollten dem Ursprung der Farben und ihrer Wirkung auf den Grund gehen. Große Namen reihen sich ein in die Riege der Farben-Forscher und Farb-Erforscher, um nur einige herausragende zu nennen:

Demokrit (griechischer Philosoph; 5./4. Jh. v. Chr.), da Vinci (italienischer Maler und Bildhauer; 15./16. Jh.), Newton (englischer Physiker; 17./18. Jh.), Goethe (deutscher Dichter und Universalgelehrter; 18./19. Jh.), Itten (schweizerischer Maler und Bauhausmeister; 19./20. Jh.), Voß (deutscher Theologe und Maler; 20./21. Jh.). – Voß?

Kennen Sie nicht? Sollten Sie aber. Es lohnt sich. Wer also war und ist dieser Voß?

Josef Voß

Josef Voß, geboren 1953 ist zunächst ein begeisternder Theologe und einfühlsamer Seelsorger. Seinen tiefen Glauben verdankt er seinem katholischen Elternhaus im Selfkant, wie er gerne betont: ein guter Nährboden für die Saat der Liebe Gottes. Schon früh war für Josef Voß klar, dass er ein Mann Gottes werden wollte, um den Menschen diese unfassbare große Liebe Gottes weiterzuschenken. So machte er es sich zum Lebensentwurf, sein Leben in den Dienst an Gott und den Menschen zu stellen. Das können all jene bezeugen, die er nach seiner Priesterweihe begleitet hat als Kaplan in Laurensberg und Forst, als Pastor in Merkstein und Streiffeld und zuletzt zunächst in St. Martinus/Richterich, dann zusätzlich in St. Heinrich/Horbach und zudem in St. Laurentius/Laurensberg – wo das von ihm ins Spiel gebrachte und heute viel beachtete Modell der „Gemeindeleitung” initiiert wurde. Mittlerweile heißt unser Gebilde Gemeinschaft der Gemeinden „grenzenlos” und zeigt, wie wir uns gemeinsam auf den Weg machen, dem Glauben Gestalt zu geben.

In kräftigen Farben zeigt sich auch die Freude von Josef Voß an der Liturgie und ihrer Gestaltung, so zum Beispiel in der von ihm maßgeblich geleiteten Innengestaltung der Martinus-Kirche, der Durchführung verschiedener Glaubenswochen oder auch in Ideen wie dem gemeinsamen Kreuz der drei Nord-Gemeinden.

Doch wer Josef Voß kennt, der weiß: Er ist genauso ein tiefgründiger Farb-Erforscher und Maler, wie er ein Theologe und Seelsorger ist, und das passt wunderbar zusammen.

Wie viele Farben mag es wohl geben? Und wie viele Gesichter hat Gott? Unfassbar wie die Vielfalt der Farben sind die Größe und die Liebe Gottes. Beides übersteigt das menschliche Fassungsvermögen. Da ist so vieles mehr hinter dem Schein. Der Gottesforscher und der Farberforscher Josef Voß kennt das Fragen und Hinterfragen des bloßen Scheins, das Zweifeln und Zaudern. Er weiß um die Tiefe abgründiger Dunkelheit und ebenso um die Glaubensgewissheit, die lebensbejahende Zuversicht, ja, die Lebensfreude mit ihren lichten und sonnenhellen Momenten. Doch das (Glaubens-) Leben ist nie nur hell oder dunkel. Freud und Leid mischen sich in allen Nuancen - einer Farbpalette gleich. Hier mag man gerne einen Blick in Goethes Farbenlehre werfen, dessen Theorie auf dem polaren Gegensatz zwischen Hell und Dunkel, Licht und Finsternis fußt: Da gibt es den Farbkreis mit den Grundfarben Gelb, Blau und Rot und deren Mischfarben Grün, Orange und Violett. Zwischen Gelb an der Grenze zur Helligkeit und Blau an der Grenze zur Dunkelheit entstehen alle anderen Farben aus einer Mischung dieser beiden Pole. Genau diese Vielfalt zwischen Licht und Finsternis, Gottesfreude und Glaubenszweifel, Lebensbejahung und Todesfragen füllen den Lebensfarbkreis all der Menschen, mit denen Josef Voß es zu tun hatte. Wenn Josef Voß zum Pinsel oder Spachtel greift, dann bringt er diese vielfältigen Erfahrungen ins Bild.

Zum 1. September 2021 wird dieser so facettenreiche Seelsorger die Menschen der Gemeinschaft der Gemeinden „grenzenlos” verlassen und in den „wohlverdienten Ruhestand” treten. Doch es bleibt sein farbenfrohes Leuchten in unseren Gemeinden und Herzen; er selbst bleibt Priester und auch Gottforscher und Farberforscher, Seelsorger und Maler.

Wussten Sie, dass er Zahlen in Farben sieht?
Im Sinne der Goethe’schen Farbenlehre wünschen wir ihm, dass 2021 eine gelbe Zahl für ihn sein wird – ganz nah am hellen Licht der Lebensfreude.

Im Namen unserer Gemeinden danken wir ihm von Herzen für sein farbenreiches Wirken, seine spirituellen Gedanken und kreativen Werke, seinen guten Blick für die Vielen und sein großes Engagement für die Zukunft unserer Kirche.

Gottes Segen für Dich, Josef!

Die Gemeindeleitung