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Von Mäuschen, Müttern und schwindenden Erinnerungen

„Hallo mein Mäuschen”, mit diesen Worten begrüßte mich kürzlich die Mutter meiner besten Freundin. Mit besagter Freundin bin ich bereits seit über 30 Jahren befreundet und ich gehöre sozusagen zur Familie. Ich bin daher zwar sehr vertraut mit der Mutter, aber als „Mäuschen” hat sie mich bis dahin noch nie bezeichnet. Allerdings war mir ziemlich schnell klar, dass sie mich einfach nicht erkannt hat und nur ahnte, dass sie mich kennt und mich positiv abgespeichert hat. Und da war er, der Moment, in dem alles anders wird. Meine Freundin hatte schon längere Zeit berichtet, dass die Demenz ihrer Mutter immer schneller und stärker voranschreitet. Aber ich hatte sie - also die Mutter - längere Zeit nicht gesehen und war daher etwas erschrocken. Tja, man kann noch so viele Bücher lesen und Filme anschauen, die Realität ist dann doch um einiges kälter und bei weitem nicht so glamourös wie in diversen Hollywoodformaten. Aber war ich wirklich erschrocken? War ich nicht vielmehr hilflos und überfordert? Mir schossen so viele Fragen durch den Kopf: „Wie gehe ich jetzt mit ihr um?” „Worauf muss ich Rücksicht nehmen?” „Was fühlt sie eigentlich?” „Mache ich mir vielleicht zu viele Gedanken?” „Was ist denn jetzt normal?” Immer wieder spreche ich mit meiner Freundin, setze mich vorsichtig mit dieser Thematik auseinander. Meine Freundin hat Angst, dass sie auch einmal an Demenz erkranken wird. Ich habe ihr fest versprochen, immer für sie da zu sein und mich um sie kümmern. Und sei es, dass ich ihr nur die Haare kämme, die Fußnägel lackiere, mit ihr spazieren gehe oder einfach nur ihre Hand halte und wir zusammen ihre Single-Sammlung anhören und die Neue Deutsche Welle noch einmal aufleben lassen. Ob ihr das im Fall der Fälle helfen wird? Ich weiß es nicht.

Ein ernstes Thema, für die Betroffenen eine oft schwere Situation. In der Bücherinsel gibt es ganz neu ein aktuelles Angebot unterschiedlicher Medien zum Thema „Demenz”. Damit wird der Alltag vielleicht nicht direkt hollywoodmäßig einfacher, aber man kann sich hoffentlich die eine oder andere Anregung holen, mit diesem schwierigen Thema umzugehen.

Schauen Sie doch einfach mal rein. Nehmen Sie den Besuch in der Bücherinsel als kleine Auszeit vom Alltag, egal ob es jetzt um das Thema „Demenz” geht oder ob Sie einfach mal in anderen Bereichen stöbern möchten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Petra Breuer